Schnell abnehmen: Ohne Sport und Tabletten

Sportmuffel, die schnell abnehmen möchten, greifen oft zu Pillen. Hier (mehr als nur) ein netter Tipp, wie man auf Pillen verzichtet und natürlich abnimmt.

Angewandte Psychologie - dunkelrote Teller hemmen Naschsucht

Angewandte Psychologie – dunkelrote Teller hemmen Naschsucht

Tabletten versprechen eine Aktivierung des Stoffwechsels. Doch solche Medikamente sind meist gefährlich. Bestenfalls sind die Pillen wirkungslos oder durch günstigere Alternativen ersetzbar. Was bleibt, ist Ernährung – und eine Bewegungsaktivierung im Alltag, die eben ohne Sport auskommt.

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Dies sind die traditionellen Methoden, Wundermittel, wie etwa Entwässerungstabletten zum Abnehmen, habe bei dieser Vorgehensweise keinen Platz. Doch bevor wir zu den kleinen, notwendigen Kniffen kommen, um etwa in einer Woche bis zu fünf Kilo abzunehmen, sei das Langfristigkeitsproblem angesprochen.

Was ist eigentlich das Ziel?

Prominente wie Kate Winslet sind beim Abnehmen aufs nächste Projekt fokussiert.

Prominente wie Kate Winslet sind beim Abnehmen aufs nächste Projekt fokussiert. Foto: Maggie cc2.0

Mit jeder Diät, jedem Abnehmvorhaben ist es wichtig, sich stets daran zu erinnern, wofür Sie sich das antun – warum nehmen Sie ab, was ist Ihr eigentliches Ziel?
Das kling banal, aber allzuoft passiert folgendes:

Sie beginnen mit Ihrer Diät und haben eine klare Vorstellung. Aber die Angelegenheit dauert natürlich, wenn Sie länger als nur ein paar Tag, länger als eine Woche abnehmen. Während dieser Zeit vergessen Sie Ihren Vorsatz, verlieren das eigentliche Ziel aus dem Auge.

Das ist meist der Fall, wenn die Umsstellungen, die Sie vorgenommen haben – sei es beim Essen oder bei der Bewegung, sich nicht mehr so gut anfühlen wie ursprünglich. Denn jede Veränderung wird zunähchst einmal begrüßte. Man möchte das ja. Sie bemerken am Anfang den größten Gewichtsverlust, die nächstkleinere Konfektionsgröße passt, ihre Freunde oder Arbeitskollegen sagen Ihnen, dass Sie gut aussehen.

Das ist verführerisch. Sie versuchen mit aller Macht mehr abzunehmen, mehr Komplimente zu bekommen, aber dann passiert etwas. All die Leute, die sich so positiv geäußert haben, scheinen plötzlich keinen Unterschied mehr zu bemerken. Sie erreichen auch bei sich selbst den Punkt, an dem Sie feststellen, dass Ihr Aufwand und der erreichte Nutzen in keinem Verhältnis mehr stehen – oft strengen Sie sich so sehr an – und nehmen überhaupt nicht mehr ab. Und wenn, dann nur wenig. Und keiner merkt es mehr. Ihr Abnehmprozess wird immer langsamer. Dann sind Sie an dem typischen Punkt einer Abnehmblockade. Sie verlieren tagelang überhaupt kein Gewicht mehr. Sie beginnen sich zu fragen, ob all die Diät oder Ernährungsumstellung, all die Extra-Spaziergänge, das Treppensteigen und die Kniebeugen vor dem Schreibtsch und beim Bügel nicht völlig umsonst sind.

Das ist vielleicht der Moment, in dem Sie darüber nachdenken, ob Sie Ihrem Gewichtsverlust nicht mit Tabletten auf die Sprünge helfen sollten. Aber das ist eine schlechte Idee.

Es gibt drei verschiedene Typen von Medikamenten, die beim Abnehmen helfen:

  • Appetitzügler sollen  den Hunger im Gehirn unterdrücken.
  • Fettblocker verhindern angeblich, dass Fett aufgenomen wird.
  • Quellstoffe fördern das Sättigungsgefühl bereits im Magen.

Doch die Medikamente halten weder, was sie versprechen (außer durch den Placeboeffekt, also eine Form von Selbst-Suggestion), im schlimmsten Fall haben Sie Nebenwirkungen, die auf Dauer die Gesundheit schädigen können.

Die Zeit fasste vor kurzem den Forschungsstand zusammen: „Ende der neunziger Jahre stand Fenfluramin auf der Abschussliste, weil es Schäden an den Herzklappen verursachte. 2008 empfahl die Europäische Arzneimittelagentur, die Zulassung für den Wirkstoff Rimonabant ruhen zu lassen, weil bei den Patienten Depressionen aufgetreten waren. Und 2010 wurden Präparate mit dem Wirkstoff Sibutramin vom Markt genommen, weil sie im Verdacht standen, das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte zu erhöhen.“

Allein die hypnotische Suggestion, bereits nach fünf Bissen satt zu ein, wirkt bei den allermeisten Menschen, wenn sie oft genug wiederholt wird. Damit allein schon können zwei der erwähnten Medikamentengruppen ersetzt werden. Nur mal zur Diskussion gestellt.

Macht sich über Stagnationsphasen keinen Kopf: Weddellrobbe Baby Phoque.

Macht sich über Stagnationsphasen in der Antarktis keinen Kopf: Weddellrobbe Baby Phoque. Foto: Samuel Blanc, cc-by-3.0

Wenn Sie noch einmal darüber nachdenken, werden Sie zu der Erkenntnis kommen, dass Sie und Ihr Körper jetzt einfach in anderen Phase sind – der Stagnationsphase. Und das bedeutet, dass Ihr Körper einfach eine Weile bei dem Gewicht bleiben möchte, dass Sie gerade erreicht haben. Glauben Sie nicht, dass alles zu Ende ist. Machen Sie sich nicht verrückt, lassen Sie sich nicht verführen, zu denken, „ich will schnell viel abnehmen, egal wie“. Es ist nicht egal.

Sie brauchen keine Medikamente. Alles was Sie brauchen ist ein wenig Geduld. Machen Sie einfach weiter, ernähren Sie sich gesund und gehen Sie auf Nummer sicher.

Es ist definitiv möglich, nicht nur schnell, sondern sogar leicht ohne Medikamente abzunehmen. Dazu ist es schlicht erforderlich, dass Sie sich angemessene Ziele setzen – und dann bei Ihrem Plan bleiben. Wenn Sie nochmal drüber nachdenken – dann realisieren Sie, dass Sie vielleicht nicht mehr Gewicht verlieren, oder bei weitem nicht mehr so schnell abnehmen wie am Anfang – aber dass Sie immerhin auch kein Gewicht hinzugewinnen. Und das ist ebenfalls wichtig.

Also – Ihr Vorhaben, schnell abzunehmen ohne Sport oder Tabletten, ist absolut okay. Denn gewisse Pillen können sehr gefährlich für Ihren Körper werden (Stiftung Warentest und andere Unabhängige haben das festgestellt). Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Medikamente für diesen Zweck gar nicht (mehr) zugelassen sind. Ich habe von Fällen gehört, dass Leute Tabletten nehmen, deren Verfallsdatum jahrelang zurücklag. Sie haben diese Pillen gehortet, bevor sie verboten worden sind. Jetzt nehmen sie sie trotz der Gefahr, dass sie das Herz oder ein anderes Organ ernsthaft schädigen. Machen Sie dies nicht nach, bleiben Sie stattdessen auf dem Pfad der Gesundheit.

Gesunde Ernährung, mäßige Bewegung

Eine gesunde Diät und mäßige, aber regelmäßige Körperbewegung sind die ewig gleichen Empfehlungen der Ärzte. Also ist es naheliegend anzunehmen, man verbessere seine Ernährungsweise und ab und zu ein paar Übungen einzustreuen. Ich empfehle, wenn Sie lange Jahre in einem Job sind, in dem Sie überwiegend sitzen, jede Veränderung nur Schritt für Schritt zu machen. Selbst wenn Sie schnell abnehmen möchten. Denn es kommt nicht auf den großen Sprung an, sondern auf den Unterschied zwischen Gestern und Heute. Auf diese Weise helfen Sie Ihrem Körper, sich selbst neu zu justieren. Vermeiden Sie jeden großen Veränderungsschock, denn jeder Schock wird mit einer Gegenreaktion bestraft. Auf schnellem Abnehmen folgt rasches Zunehmen. Sie wissen, was gemeint ist – setzen Sie nicht das aufs Spiel, was Sie sich vorgenommen oder gar bereits erreicht haben.

So beginnen Sie

Denken Sie stets daran, dass es nicht reicht, nur auf die Kalorien zu achten. Es kommt auch auf die Ausgewogenheit an. Es ist klug, eine breite Auswahl an ganz unterschiedlichen Nahrungsgruppen zu seinem Speiseplan hinzuzufügen, damt Sie mit allen Nährwerten ausreichend versorgt werden. Dabei zeit sich, das Sie zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedliche Schwerpunkte setzen, und zwar nach diesem Schema:

  • Morgens essen Sie mehr Kohlenhydrate
  • Mittags kommt Mischkost auf den Tisch, zum Nachtich ein süßes Dessert? Ja, das ist erlaubt!
  • Abends bevorzugen Sie leichte Speisen, vorzugsweise ohne Kohlenhydrate, und das alles am besten vor 18 oder 19 Uhr.

Stellen Sie aber nicht sofort alles auf den Kopf. Wenn Sie bislang regelmäßig Schnellrestaurants besucht haben, beginnen Sie einfach damit, jeden zweiten geplanten Besuch auszulassen und sich stattdessen mit was Selbstgemachtem, Frischem zu versorgen. Er nach einer Weile sollte Sie alle problematischen Lebensmittel (zuckerhaltige, weißmehlhaltige, Fertigprodukte, Junkfood) von Ihrem Essensplan streichen.

Wenn es um die Anzahl der Mahlzeiten geht, so gibt es verschiedene Philosphien. Asiaten schwören auf viele kleine Mahlzeiten, wir Deutsch sind drei große Mahlzeiten plus Nachmittagskaffee (gern mit Kuchen) gewöhnt.

  1. Essen Sie langsamer. Zählen Sie die Kaubewegung und schlicken Sie nicht vor der zwanzigsten.
  2. Häufen Sie alles auf dunkelrote Teller oder anderes, dunkles Geschirr. Wer von weißem Porzellan speist, isst mehr als er eigentlich möchte. Das haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben (Quelle: Science).
  3. Trinken Sie vor dem Essen immer ein Glas Wasser. Trinken Sie gern auch während des Essens, denn das macht Sie schneller satt. Vermeiden Sie Wasser mit Kohlensäure. Wenn es nicht anders geht und Sie haben die Wahl, nehmen Sie Medium statt Klassik (Faustregel: Wenn Sprudel, dann ist weniger besser). Das hat etwas mit unserem Säurehaushalt zu tun.

Wenn es um die liebe Bewegung geht, so tauschen Sie zunächst die üblichen Transporthilfen (Auto, Motorrad, Bus) gehen Ihre Beine, wenn Ihr Ziel in erreichbarer Nähe ist.

Resultate

Sie werden erstaunt sein, wie schnell Sie sich besser fühlen, wenn Sie sich entschlossen haben, schnell abzunehmen, und zwar ohne Tabletten, ohne Sport. Das kommt daher, dass Sie sich gleichzeitig dafür entschieden haben, etwas für sich zu tun. Und egal was es ist, es tut in jedem Fall gut, weil es den Unterschied macht. Und damit verlieren Sie nicht nur Gewicht, sondern verbessern Gesundheit und Allgemeinbefinden. Zudem nehmen Sie auf eine sehr natürliche Art und Weise ab. Sie legen sich nicht unters Messer und Sie liefern sich damit auch nicht der Gefahr aus, schnell wieder zuzunehmen. Und das alles, weil Sie auf Tabletten zum Abnehmen verzichtet haben. Glückwunsch!

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pbger

Andreas Hahm-Gerling ist Journalist (Gruner + Jahr, RTL) und führt einen Audioverlag. Gemeinsam mit seiner Frau Friederike produziert er Selbsthilfe-CDs. Vier Kinder erfordern täglich kreative Lösungen für unlösbare Probleme. In seinem Abnehmblog mischt er männliche Perspektive mit weiblichen Einsichten.