Tag 3 – Die Sache mit dem Dosenfutter

Mein Ernährungsplan für die kommenden sechs Wochen sieht vor, dass Gemüse tiefgekühlt gekauft wird, Bohnen, Linsen und manch anderes aus der Dose kommen. Warum Dose? Weil es schnell geht. Und weil es genauso gesund ist wie die Frischware. Das zeigen gleich mehrere Studien, Tests bzw. Untersuchungen.

Typisches Gericht: Spiegelei, Sauerkraut, Möhren. Sauerkraut und Möhren stammen aus Konserven, die Eier vom Biohof.

Drittelmix-Gericht: Spiegelei, Sauerkraut, Möhren. Sauerkraut und Möhren stammen aus Konserven, die Eier vom Biohof.

Hier die Links bzw. Quellen und Argumente:

Untersuchung der FH Niederrhein, Institut für Oekotrophologie

Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die Dose in Sachen Vitamine gegenüber Frischprodukten mithalten kann. Lebensmittel aus Dosen enthalten eine vergleichbare Menge an Vitaminen wie frische Lebensmittel nach haushaltsüblicher Zubereitung. Damit erhält der Körper die untersuchten Vitamine A, B1, B2, B6, C, E und Folsäure auch über Lebensmittel aus der Dose in ausreichender Menge.

Mein Kommentar: Zum Beispiel Sauerkraut, eine meiner Lieblingsspeisen (so seltsam das klingen mag, als Kind habe ich es geh…  nicht gemocht), hat besonders gut abgeschnitten. Allein 200 Gramm davon – aus der Dose wohlgemerkt – decken 50 Prozent unsere Vitamin C -Bedarfs und ein Viertel des Bedarfs an Folsäure. Nicht übel.

Die Zusammenfassung der Studie weiter: 

„Keine signifikanten Unterschiede konnten beim Anteil von Fetten, Proteinen und Kohlenhydraten festgestellt werden. Das bedeutet, dass die Nährwerte durch Dosenprodukte gleich gut abgedeckt werden wie mit Frischprodukten. „Die Dose ist nicht nur für Menschen mit wenig Zeit, sondern auch für Ernährungsbewusste eine empfehlenswerte Alternative zu Frischprodukten“, kommentierte Prof. Dr. Reinhard Hambitzer vom Fachbereich Oecotrophologie der Fachhochschule Niederrhein die Ergebnisse.“

In einer holländischen „Kohortenstudie“ wurden 20.000 holländische Männer und Frauen beobachtet, die unterschiedliche Ernährungsweisen hatten. Manche ernährten sich nur frisch, andere mit TK und Konserven. In Hinblick auf ihre Gesundheitsrisiken (Herzinfarkt) gab es nur einen Unterschied zwischen Gemüse- und Nicht-Gemüse-Essern, aber es gab keinen Unterschied zwischen frisch oder konserviert.

Erbsen und Möhren enthalten sogar höhere Vitamingehalte aus der Dose, Tomaten gelten aus der Dose wegen des höheren, krebsschützenden roten Farbanteils Lycopin als gesünder im Vergleich zu frischen Tomaten.

Da aber jedes Gemüse beim Konservieren blanchiert wird, sinkt der Gehalt von wasserlöslichen Vitamen (B1, C, Antioxidantien) um bis zu 50 %. Dies passiert allerdings selbst mit jenem Gemüse, das wir taufrisch aus dem eigenen Garten ernten und selbst kochen – oder erst Tage nach der  Ernte verzehren. Die meisten Vitamine bauen sich nach der Ernte rasch ab. Daher haben hier Konserven eine Vorteil, weil der Vitamingehalt konserviert wird (Licht und Luft sind die Hauptverantwortlichen für den Zerfall der gesunden Nährstoffe).

In der Wissenschaftszeitschrift  „Citical Reviews in Food Science and Nutrition 49“ gibt Sánchez-Moreno (2009) in seinem Artikel „Nutritional approaches and health-related properties of plant foods processed by high pressure and pulsed electric fields“ einen Überblick über moderne Konservierungsmethoden wie Druck und Elektroimpulse, die selbst die Kurzerhitzung der Lebensmittel vermeiden.

Kurzerhitzen vermeidet dieser Do-it-yourself-Einwecker allerdings nicht:

pbger

Andreas Hahm-Gerling ist Journalist (Gruner + Jahr, RTL) und führt einen Audioverlag. Gemeinsam mit seiner Frau Friederike produziert er Selbsthilfe-CDs. Vier Kinder erfordern täglich kreative Lösungen für unlösbare Probleme. In seinem Abnehmblog mischt er männliche Perspektive mit weiblichen Einsichten.