Tag 16: Fresstag. Cheatday. Affentag

Erbsen mit Sauerkraut? Also, mit Sauerkraut bekomme ich alles 'runter!

Erbsen mit Sauerkraut? Also, mit Sauerkraut bekomme ich alles ‚runter!

Abnehmtagebuch, Tag 16 – Das Bild zeigt die erste Mahlzeit am Fresstag. Das war’s dann aber auch mit der Vernunft. Man kann am „Affentag“, wie ich ihn nenne, auch locker mit Schokocroissants beginnen und mit Schweinbraten am Abend enden. Und dazwischen das hier:

Am sogenannten Cheat-Day (Mogel- oder Fresstag) ist alles erlaubt. Viele aber trauen sich nicht. Sie haben Angst, sich Ihre Diät kaputt zu machen. Dabei ist so ein Tag wichtig: Er verhindert den Jojo-Effekt.

Am sogenannten Cheat-Day (Mogel- oder Fresstag) ist alles erlaubt. Viele aber trauen sich nicht. Sie haben Angst, sich Ihre Diät kaputt zu machen. Dabei ist so ein Tag wichtig: Er verhindert den Jojo-Effekt.

Für einen Fresstag pro Woche, ich nennen ihn Affentag, das klingt charmanter (sorry, Affen… aber noch wird selbst ein ehrenrühriger Begriff wie „Affentheater“ nicht als politisch unkorrekt eingestuft, was ich eigentlich nicht verstehe, es ist klar affendiskriminierend).

Für den Cheat-Day gibt es handfeste Gründe. Aber auch Gegengründe.

Die Gründe für einen Cheatday: Das eigene Hormonsystem

Was passiert bei Low Carb, Kalorienreduzierter Ernährung und zum Teil (zu einem geringern Teil) auch bei der Drittelmix-Ernährung?

Die Biochemie von Diäten

„Wenn der Körper über einen längeren Zeitraum mit weniger Energie versorgt wird als er verbraucht, ist die erste Reaktion eine reduzierte Ausschüttung der Hormone TSH (Thyreotropin), T3  (Triiodthyronin) und T4 (Thyroxin).

Diese Hormone steigern unter anderem die Stoffwechselaktivität in Ruhe und damit Deinen Grundumsatz, regulieren Deine Körpertemperatur und fördern die Eiweißsynthese, den Fett- und den Kohlenhydratstoffwechsel.

Je größer Dein Kaloriendefizit und je geringer Deine Reserven sind, desto schneller erfolgt diese hormonelle Anpassung. Dein Energieumsatz und Deine Fettverbrennung nehmen ab.“ Quelle: Fitvolution-Blog

Um also den Energieumsatz wieder zu aktivieren, ist ein Cheatday ein gutes Mittel. Meine Beobachtung: Vor allem psychologisch ist die Möglichkeit, einmal die Woche alles zu essen, worauf man zuvor freiwillig verzichtete, von unschätzbarem Vorteil. Man hält wirklich leichter durch. Wo man früher Probleme hatte, sich die Schokolade oder das Eis zu verkneifen, ist das mit dem Bewusstsein, es gibt diesen Tag, kein Problem.

Andererseits kann man sich ein Wochenergebnis auch zerstören. Es gibt ein paar Regeln zu beachten. Am sichersten fährt man, wenn man seinen wöchentlichen Fresstag mit einem Diätkonformen Frühstück beginnt und erst Mittags/nachmittags zuschlägt. Abends aber wieder vernünftig wird. Vor allem, wenn es ums spät essen geht, und um Alkohol. Alkohol plus viele schnelle Kohlenhydrate am Abend = fürchterliche Wirkung, die an Selbstzerstörung grenzt. So ein Tag bitte nur 1 x im Monat.

Meine Lehre, bereits aus dem allerersten Schummelaffenfresstag: Nicht irgendwas hineinstopfen, nur weil man darf. Sondern nur das nehmen, worauf man wirklich Lust hat – und auch da auf seine innere Stimme hören. Oft, nach einer Diät-Woche, ist man nach einem halben Eisbecher bereits satt. Aber man darf ja, also muss man – und macht ihn vollständig nieder. Fehler. Auch beim Fresstag gilt: Du darst aufhören, wenn es sich satt anfühlt. Und das merkt man nur, wenn man langsam isst und ab und zu eine Pause einlegt, um in sich hineinhorchen zu können.

Außerdem: Wenn man noch nicht allzulange „umgestellt“ hat und noch in einer frühen Diätphase ist, sollte man sehr vorsichtig mit einem Fresstag sein – man kann schneller in alte Gewohnheiten zurückfallen. Also erst, wenn man sich als „gefestigt“ betrachtet.

pbger

Andreas Hahm-Gerling ist Journalist (Gruner + Jahr, RTL) und führt einen Audioverlag. Gemeinsam mit seiner Frau Friederike produziert er Selbsthilfe-CDs. Vier Kinder erfordern täglich kreative Lösungen für unlösbare Probleme. In seinem Abnehmblog mischt er männliche Perspektive mit weiblichen Einsichten.