Tag 0 – Einkaufen

Erwünscht: Die Umstellung der Ernährung und ein Fitnessprogramm, das auf dem Minimax-Prinzip beruht: Der minimal nötige Einsatz – nicht für maximalen Effekt, sondern für den erwünschten – Fettverbrennung. Hypnose-CDs dienen dann dazu, „auf Kurs“ zu bleiben, das neue Ernährungs- und Bewegungsverhalten in ewige Bahnen zu gießen. Ewig klingt gut… 
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Einkauf für 65,- Euro, + ein paar Extra im Biomarkt. Reicht für 2 Wochen.

Einkauf für 65,- Euro, + ein paar Extras im Biomarkt. Reicht für 2 Wochen.

Für mich ist völlig klar, dass die mentale Vorbereitung und Begleitung elementarer Bestandteil jeder (nachhaltigen) Veränderung sein muss. Mit Willen allein werde ich bestimmte Dinge auf Dauer nicht schaffen. Ich setze auf ein paar mentale Tricks aus der Verhaltensforschung und angewandten Psychologie – und auf Hypnose (im Laufe der nächsten Tag mehr darüber). Aber ich werde nicht zum Hypnotiseur gehen, sondern mir ein paar der besten Hypnose-CDs zu Gemüte führen.

Apropos ewig: Nach dem selben Prinzip soll auch die Ernährung aufgestellt sein. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sind alle möglichen Ernährungstrends und Diättipps an mir vorbei oder durch mich hindurchgegangen. Ich habe einiges ausprobiert – Saftfasten, Kurzzeit-Fasten, Langzeit-Fasten (ja, 42 Tage nix essen, nur Wasser trinken, bringt rund – 18 bis – 20 Kg), Trennkost, Eiweiss, Low Carb. Ernährung diktiert vom glykämischen Index (es funktioniert, ist aber scheußlich kompliziert).

Schockierendes Ergebnis: Ich wiege jetzt mehr als je zuvor. Die genauen Daten veröffentliche ich morgen. Time for a change. Aber was soll diesmal anders sein? Wie die Wiederholung des immer gleichen verhindern? Ich habe Zugriff auf so ziemlich jede Studie, die in diesem Zusammenhang veröffentlicht wurde, und auch auf Fragebogen-Aktionen, Meta-Analysen. Die durchschnittlich 3 Kilo, die man nach einem Jahr Knechtschaft bei den Weight Watchers, mit Zone, Atkins oder sonstwas verliert, beeindrucken nicht sonderlich.

Eine reine Hypnoseanwendung wäre mein Favorit, ich kenne die Erfolge hier im Umfeld, aber ich bin geborene Jungfrau, Aszendent Schütze, und möchte einerseits alles optimieren, und andererseits was Neues ausprobieren. Kurzum: Nach ein paar Jahren Lesen und Experimentieren – am meisten überzeugt hat mich als Ergänzung eine Ernährung, die auf dem Prinzip radikaler Einfachheit beruht. Bei der man niemals Hunger haben wird. Die niemals in die Kalorien- oder Kohlenhydrat-Schuld geht. Die den Blutzuckerspiegel niemals schlagartig in die Höhe treibt. Die mir gestattet, abends ein Glas Wein zu trinken. Und mir auch nicht verbietet, nach sechs Uhr zu essen.

Also –  egal wann ich esse, es soll trotzdem mit dem Fettverbrennen im Höchsttempo gelingen. Tja, Spanier und Italiener essen ja auch um 22 Uhr abends und sind im Schnitt garantiert schlanker als die Deutschen – also, warum nicht? Außerdem: Jedes Gericht lässt sich in fünf bis 10 Minuten herstellen. Man braucht kein Rezept. Es gibt eine einfach Drittel-Regel, was die Mengen anbetrifft. Optimal.

Sport? Keine Zeit. Stundenlanges Joggen um den See ist nicht mein Fall. Früher habe ich Fußball gespielt, aber alleine durch den Regen zu laufen ist langweilig, Fitnessstudios finde ich persönlich etwas steril, und die Sache mit der Jahresmitgliedschaft, die bezahlt ist, ohne dass man das alles nutzt, die kenne ich auch irgendwoher. Also: Eigenes Studio einrichten. Es reicht eine Ecke in einem Zimmer, freigeräumt, und angeblich 30 Minuten Zeit. Nicht pro Tag. Sondern pro Woche! Absoluter Favorit. Hier mein einziges Gerät (warnen Sie den Postboten zweimal; bei der ersten Lieferung, weil Sie nett sind, bei der zweiten, weil wir das Gewicht auf 24 kg erhöhen):

Eine Kugel, ein Griff - wenn man die rote Ummantelung abzieht, sähe es russisch aus. Damit 10 Kilo Körperfett in sechs Wochen verlieren, und dabei essen, soviel man kann und was man will?

Eine Kugel, ein Griff – wenn man die rote Ummantelung abzieht, sähe es russisch aus. Damit (Achtung: Nicht mehr als zweimal die Woche ’ne Viertel Stunde hin- und herscchwingen – und mit und ein paar anderen Massnahmen) 10 Kilo Körperfett in sechs Wochen verlieren? Kein Problem. Aber dabei essen, soviel man kann und was man will? Ich bin gespannt. Besser so ein als gar kein Vorsatz…

Was, zum Teufel, macht man damit?

Übrigens: Man kann scheitern. Bei einem Liveblog besonders peinlich. Die Devise meines bisherigen Lebens: Besser, du blamierst dich nicht. Morgen ist der erste Tag.

pbger

Andreas Hahm-Gerling ist Journalist (Gruner + Jahr, RTL) und führt einen Audioverlag. Gemeinsam mit seiner Frau Friederike produziert er Selbsthilfe-CDs. Vier Kinder erfordern täglich kreative Lösungen für unlösbare Probleme. In seinem Abnehmblog mischt er männliche Perspektive mit weiblichen Einsichten.